Prognose für die Bundestagswahl 2017

Wahlprognose zur Bundestagswahl 17 (Aktualisiert Mitte Januar 2017)Gewinne und Verluste der Parteien bei der Wahl 2017

Ein unvorhersehbares Wahlergebnis

Regelmäßige Umfragen verschiedener Forschungsinstitute zeigen deutliche Tendenzen für die Bundestagswahl 2017. Bis Mitte 2015 deuteten die Prognosen, die sich daraus ergaben, auf ein Ergebnis mit nur marginalen Änderungen gegenüber der letzten Bundestagswahl hin. Die Verschärfung der Flüchtlingskrise hat zu bedeutenden Veränderungen geführt, die es schwer machen, eine Prognose für die Wahl 2017 zu erstellen.

Klare Verluste für die etablierten Parteien

Nach aktuellen Umfragen1 für die Bundestagswahl 2017 verliert die Union (CDU/CSU) 5,2 Prozent der Stimmen und kommt somit auf etwa 36,3 Prozent. Die SPD verliert „nur“ circa 4,8 Prozent und bekommt den Zuspruch von 20,9 Prozent der Wähler.

Zuwachs für die Grünen, die Linke bleibt stabil

Nach diesen Umfragen verzeichnen die Grünen mit 10 Prozent einen Zuwachs von 1,6 Prozent, Tendenz steigend. Die Partei zeigt keinen Wählerverlust zugunsten der AfD. Die Linke erreicht bei der Bundestagswahl 2017 mit circa 9,2 Prozent ein ähnliches Ergebnis wie bei der letzten Wahl (plus 0,6 Prozent).

Starke Zuwachsprognose für die AfD

Im Sommer 2015 entsprach die Wahlprognose für die Alternative für Deutschland (AfD) etwa dem Ergebnis der Wahl 2013 (ungefähr 4 bis 5 Prozent). Seit der Verschärfung der Flüchtlingskrise verzeichnet die Partei innerhalb von wenigen Monaten einen sehr starken Zuwachs von fast 7 Prozent. Dies entspricht einer Wählerschaft von 11,3 Prozent. Bei manchen Umfragen lag die AfD sogar deutlich über der 14-Prozent-Marke.

Diagramm des Ergebnisses der Bundestagswahl 2017 (Prognose)

 

Nichtwähler und Unentschlossene

Der Anteil an Nichtwählern und unentschlossenen Wählern liegt derzeit etwa bei 27 Prozent2. Eine Prognose für die Wahl 2017 unter Berück­sich­ti­gung der Nichtwähler ist im folgenden Artikel zu sehen:

Wahlprognose für die Bundestagswahl 2017 mit Nichtwähleranteil

Prognose für die Sitzverteilung im Bundestag

Diagramm der Prognose der Sitzverteilung im Bundestag nach der Bundestagswahl 2017

Diese Verteilung ergibt sich bei insgesamt 598 Sitzen ohne Über­hang­- und Aus­gleichs­man­date3. Bei der letzten Bundestagswahl scheiterten FDP und AfD an der Fünf-Prozent-Hürde und waren im Bundestag nicht vertreten.

 

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Quellen, Methodologie und Vorbehalte zur Prognose

Die hier vorgestellte Prognose für die Bundestagswahl 2017 basiert unter anderem auf aktuellen Umfragen der Wahlforschungsinstitute Forsa und Allensbach. Wie diese Prognose entstanden ist, erfahren Sie in dem Artikel über die Verlässlichkeit der Wahlumfragen.

Diese Prognose für die Wahl 2017 ist, wie jede Wahlprognose, mit Vorsicht zu betrachten. Immerhin weisen bei den letzten zwei Bundestagswahlen die Wahlforschungsinstitute Forsa und Allensbach, auf deren Umfragen die Prognose beruht, durchschnittliche Abweichungen von weniger als 0,84 Prozent gegenüber dem tatsächlichen Wahlergebnis auf. Bei anderen Forschungsinstituten liegt die Abweichung bei maximal 1,5 Prozent im Durchschnitt.

Einzelne Parteien werden seltenst mit mehr als 2,5 Prozent über- oder unterschätzt. Allerdings ist der Kontext der Bundestagswahl 2017 wegen der Flüchtlingskrise bewegter und emotionaler als bei den letzten Wahlen, sodass die Wahlprognose unter Umständen weniger verlässlich sein könnte. Details über die Methodologie, die dieser Prognose zugrunde liegt, finden Sie im folgenden Artikel:

Umfragen zur Bundestagswahl 2017 und ihre Verlässlichkeit

  1. Allensbach-Umfrage vom 22.12.2016 sowie Forsa-Umfrage vom 11.01.2017. Quelle: „Sonntagsfrage Bundestagswahl“ auf wahlrecht.de.
  2. Es gibt derzeit leider nur eine Quelle für den voraussichtlichen Anteil an Nichtwählern und unentschlossenen Wählern: Forsa-Umfragen auf wahlrecht.de.
  3. Die Berechnung der Sitze nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren erfolgt mit Hilfe eines Online-Sitzzuteilungs-Rechners.

13 Comments

  1. Pingback: Allemagne: aujourd’hui les Etats-Unis, demain l’Allemagne ? – Le populisme de droite dans le monde

  2. Mindestens 1 Jahr vor der Bundestagswahl dürfte es überhaupt keine Wahlprognosen geben,den diese können die Wahl sehr negativ beeinflussen.

  3. Selbst bei den aktuellen Prognosen ist ersichtlich, dass die CDU wieder stärkste Kraft im BT wird. Und damit ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass Angela Merkel wieder zur Bundeskanzlerin gewählt wird – unabhängig von der Zusammensetzung der neuen Koalition. Und das ist eigentlich auch gar nicht so schlimm,denn derzeit gibt es in der deutschen Politik keine andere Person, die genug Kompetenz, Erfahrung und Profil hätte, um die Arbeit von Frau Merkel fort zu führen bzw. die entstandenen Probleme zu bewältigen – weder in der CDU, noch in der SPD oder in den anderen Parteien.
    Ob man nun den Kurs von Angela Merkel unterstützt oder nicht, so scheint sie in der gegenwärtigen Situation doch die einzige zu sein, die dieses Amt produktiv ausführen kann.

    • Habe ich auch gedacht, bis ich die „Deutsche Mitte“ mit Christoph Hörstel fand… für jeden zu Empfehlen.

  4. Ich werde nie begreifen, wie Menschen immer noch die CDU/SPD wählen können – Angst vor Neuem oder einfach nur Gewohnheit?

    Jeder Wähler sollte sich bewusst machen, dass er im September 2017 die einzige Möglichkeit hat, die Geschicke dieses Landes mitzubestimmen – danach ist wieder Ruhe für 4 lange Jahre!

  5. Unsicher sind die Schätzungen für die AfD und die FDP. Die Leute, die AfD wählen würden, sagen bei Befragungen nicht immer die Wahrheit. Und die Stimmung, wer die AfD wählt, kann leichter von Zufalls-Ereignissen beeinflußt werden. Ein schwerer Terror-Angriff wie in Paris oder Brüssel kann zu starken Schwankungen beim sogenannten „Volk“ führen. Bei der FDP ist die Nähe zur 5%-Grenze kritisch. Da kann ganz schnell wieder eine Zahl < 5% kommen. Denen fehlt es vor allem an Zustimmung bei der Jugend, glaube ich.

    In Summe kann ich mir nicht vorstellen, dass es zu einer Koalition gegen die Unionsparteien kommen kann. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich nicht sagen. Bei der AfD fällt mir auf, dass es außer zum Thema "Flüchtlinge" kaum ein Problem gibt, für das die AfD eine "wertvolle" Lösung anbietet. Damit will ich nicht sagen, dass die Antworten zu den Themen "Deutschtum" und "Flüchtlinge" Lösungen sind, die ich akzeptieren würde. Ganz schlimm sind Äußerungen, die sich anhören, als hätte sie ein Assistent von Goebbels als Text vorgegeben.

  6. Pingback: Medien sind die vierte Macht – wieso Facebook der AFD hilft | Sven Ivo Brinck

  7. Pingback: unentilted

  8. Let’s make Umfragen great again!

    Hallo Zusammen,
    nachdem nun die Umfragen in Deutschland über AFD Prozente in Deutschland zur Landtagswahl, dem Brexit und nun auch in Amerika anscheinend nicht funktioniert haben bin ich auf eine Idee gekommen.

    Alle Umfragen funktionieren nach einem System:
    man geht auf Leute zu und lässt sich ihre Wahl zu einem Thema geben. Daher sollte man ja meinen, wenn die Stichprobe groß genug ist (und in repräsentativen Gebieten durchgeführt wurde – siehe Brexit und Umfragen oft in London) sollte es ein gutes Werkzeug sein um den Ausgang vorherzusagen.

    Jedoch wird hier eins nicht beachtet! Und zwar der Emotionalisierungsgrad bzw. der Nichtwähler Anteil zu der Jeweiligen Wahl. Die Stichprobe ist nur ein gutes Werkzeug wenn man davon ausgehen kann, dass die gefragten Leute zu den jeweiligen Optionen ein genauso großen Nichtwähler Anteil besitzen! Wird nun in einer Umfrage von 1000 Leuten 200 mal angegeben „Ich wähl AFD“ und 800 Sonstige wäre die Prognose 20% AFD. Diese wird aber falsch sein und der AFD Anteil höher liegen! Da der Nichtwähler Anteil bei den Leuten welche sich für AFD entschieden haben niedriger sein wird.

    Rechenbeispiel:
    200 Stimmen mal 80% Wahlbeteiligung gleich 160
    800 Stimmen mal 65% Wahlbeteiligung gleich 520
    Resultat wären dann 23.5%

    Das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund für ungenaue Prognosen und Rätselraten!

    Verknüpft man nun die Frage nach Option A,B,C mit der Frage „wie stark sind Sie von dieser Wahl überzeugt“ – Skala 1-10 – könnte man einen Korrekturfaktor bauen und dieses Problem in den Griff bekommen. Ich wette, dass auf dieser „Überzeugungsskala“ beispielsweise Trump gegenüber Hillary klar vorne gelegen hätte. Wodurch sich der Wahlausgang besser hätte bestimmen lassen!

    Verknüpfung: die eigentliche Wahl mal Wahrscheinlichkeit das diese Person wählt!
    Bzw. kann man damit super die Emotionalisierung der einzelnen Parteien darstellen.

    Bsp.:
    AFD 20% durchschn. Faktor 8.3
    CDU 31% durchschn. Faktor 6.8
    …..

    Hoffe Ihr könnt etwas damit anfangen und fandet meine kleine Ausführung interessant und nützlich
    Marco

  9. Prognose hin Prognose her, es kommt erstens anders als bisher.
    Auch Rentner sind eine Macht, sie haben sich was ausgedacht,
    denn auch sie werden wieder wählen und sich erinnern,
    was geschehen. Schon unsere Eltern wurden arg betrogen durch die Politik von ganz, ganz oben. Nun werdet ihr alle Lachen auch in Deutschland ist ein Tramp gewachsen.
    Seht nur hin und füchtet ihn nicht, er sagt euch doch nur wohin es
    geht. Den Wahlkampf für die Clinten hat die Presse verloren, Prognosen über das Wahlergebnis gingen in die Hosen. Doch was hat die Politik daraus gelernt ……….
    Ich wünsche mir eine geile Bundestagswahl 2017

    P.E.

  10. Die Prognosen zu den letzten Landtagswahlen waren ja ziemlich gut. Die Differenz bei den Ergebnissen bei J. Klöckner und M. Dreyer wurde konkret so vorausgesagt.
    Ob das aber so mit der Bundestagswahl auch klappt ist fraglich. Zumindest gibt das Internet etwas anders an. Auf https://www.mehrwertsteuerrechner.de/google-trends/bundestagswahl findet sich unter „Parteien wo ist das größte Interesse“ eine aktuelle Grafik über die Suche nach Parteien bei Google. Bei Google ist das Suchvolumen für die AfD deutlich höher als für alle andern Parteien. Was ja nicht heißen muß, diese Bürger würden die AfD wählen.
    Trotzdem könnte die Wahl in der Black Box am Wahltag 2017 die Prognoseanfragen am Telefon durch Meinungsforschungsinstitute konterkarieren.

  11. Eine vorgezogene Wahl wäre wohl mal wieder angebracht in Hinblick auf soviele Veränderungen und Unzufriedenheit- da sind die Schweizer doch demokratischer als wir – die Politik will eindeutig keine Signale mehr wahrnehmen und hat sich seit 20 Jahren dem Volke entfremdet – das Ergebnis zeigt sich jetzt und ist definitiv keine Überraschung – möge die nächste Wahl endlich wirklich mehr Beteiligung genießen zum Wohle unseres Volkes und der Zukunft unserer Wirtschaft

  12. Ich glaube das man überhaupt keine Prognose für die Wahl 2017 abgeben kann. Alles hängt ganz entscheidend davon ab, wie sich die Flüchtlingskrise weiter entwickelt.
    Wenn das so weiter geht, wird es meiner Meinung nach ein hohe Wahlbeteiligung geben, mit einem Ergebnis das mich jetzt schon schaudern lässt. Dann gute Nacht Deutschland.

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