Bundestagswahl 2017: alle kandidierenden Parteien

Bei der Bundestagswahl 2013 waren laut Bundeswahlleiter 34 Parteien zugelassen. Wie viele und welche Parteien tatsächlich an der Bundestagswahl 2017 teilnehmen werden, wird spätestens am 7. Juli 2017 feststehen.1

Die 8 größten Parteien der Wahl 2017 (Zusammengestellt von bundestagswahl-2017.com)

Die „etablierten“ Parteien

Als „etabliert“ gelten Parteien, die seit der letzten Bundestagswahl entweder im Bundestag oder in einem Landtag ununterbrochen mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten sind. Bei der Bundestagswahl 2017 werden voraussichtlich folgende etablierte Parteien antreten: CDU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, CSU, FDP, AfD, die Piratenpartei und die Freien Wähler. Diese Parteien erreichten auch bei der letzten Bundestagswahl mindestens 1 Prozent der Erststimmen (Wahlkreis) sowie der Zweitstimmen (Landeslisten).

  • FDP (Freie Demokratische Partei)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 2.083.533 (4,8 %)
    Mitgliederzahl: ca. 54.000
  • AFD (Alternative für Deutschland)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 2.056.985 (4,7 %)
    Mitgliederzahl: ca. 25.000
  • PIRATEN (Piratenpartei Deutschland)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 959.177 (2,2 %)
    Mitgliederzahl: ca. 12.000
  • FREIE WÄHLER
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 423.977 (1,0 %)
    Mitgliederzahl: ca. 6.500
Abwesenheit aller Parteien im Plenarsaal desBundestags

Mittagspause im Bundestag

Die „nicht-etablierten“ Parteien

Im September 2016 scheiterte die NPD an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern. Sie verlor dadurch ihre sechs Abgeordneten im Landtag. Seitdem ist sie weder im Bundestag noch in Landtagen vertreten und gilt nicht mehr als etabliert.

  • NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 560.828 (1,3 %)
    Mitgliederzahl: ca. 5.000

Um sich die Landschaft der Kleinparteien besser vorstellen zu können, werden in den folgenden Diagramme die Ergebnisse der nicht-etablierten Parteien bei der letzten Bundestagswahl vorgestellt.2

Kleinparteien 1. Teil

Parteien mit einer Anzahl an Zweitstimmen zwischen 40.000 und 150.000:

Parteien, die bei der Bundestagswahl zugelassen sind.

  • TIERSCHUTZPARTEI (Partei Mensch Umwelt Tierschutz)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 140.366
    Mitgliederzahl: ca. 1.300
  • ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 127.088
    Mitgliederzahl: ca. 6.000
  • REP (Die Republikaner)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 91.193
    Mitgliederzahl: ca. 4.500
  • DIE PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 78.674
    Mitgliederzahl: ca. 20.000 (?)
  • PRO DEUTSCHLAND (Bürgerbewegung pro Deutschland)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 73.854
    Mitgliederzahl: ca. 1.100
  • BP (Bayernpartei)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 57.395
    Mitgliederzahl: ca. 6.000

Kleinparteien 2. Teil

Parteien mit einer Anzahl an Zweitstimmen zwischen 15.000 und 40.000:

Parteien, die zur Bundestagswahl 2017 teilnehmen.

  • Volksabstimmung (Ab jetzt … Demokratie durch Volksabstimmung – Politik für die Menschen)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 28.654
    Mitgliederzahl: ca. 1.000
  • PDV (Partei der Vernunft)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 24.719
    Mitgliederzahl: ca. 550
  • MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 24.219
    Mitgliederzahl: ca. 1.800
  • PBC (Partei Bibeltreuer Christen)
    → Bundestagswahl 2017: Bündnis C – Christen für Deutschland
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 18.542
    Mitgliederzahl: ca. 3.500
  • BIG (Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 17.743
    Mitgliederzahl: ca. 700

Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) nahm an der Bundestagswahl 2013 in Baden-Württemberg und Niedersachsen teil. Dabei wurde sie von der Partei für Arbeit, Umwelt und Familie (AUF) unterstützt, die selbst nicht an der Wahl teilnahm. 2015 fusionierten beide Parteien, die entstandene Vereinigung trägt den Namen Bündnis C – Christen für Deutschland. Die neue Partei wird an der Wahl 2017 teilnehmen.3

Die 2002 in Kassel gegründete „Rentner Partei Deutschland“ (Kurzbezeichnung: RENTNER) konnte bei der letzten Bundestagswahl 25.134 Zweitstimmen gewinnen. Diese Partei wird an der Bundestagswahl 2017 nicht teilnehmen: Sie löste sich 2016 auf.4 Aus diesem Grund wird sie in dem zweiten Diagramm der Kleinparteien nicht erwähnt.

Diese Seite wird demnächst um Kleinstparteien mit einer Anzahl von Zweitstimmen unter 15.000 ergänzt werden.

Parteien, die 2017 zum ersten Mal bei einer Bundes­tags­wahl antreten werden

An der kommenden Bundes­tags­wahl werden voraus­sichtlich folgende „neue“ Parteien teilnehmen:

  • Deutsche Mitte (DM)
    Mitgliederzahl: ca. 2.500

Die Partei Deutsche Mitte wurde 2013 von Christoph Hörstel gegründet. Laut eigenen Angaben hat DM die Ethik als oberstes Prinzip.

  • Liberal-konservative Reformer (LKR)
    Mitgliederzahl: ca. 2.000

Der Spitzenkandidat der LKR ist der Mit­begründer und ehemalige Bundes­sprecher der AfD Bernd Lucke. Dieser gründete die LKR (damals ALFA), nachdem er 2015 aus der AfD gedrängt worden war.

 

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  1. Der Bundeswahlausschuss stellt spätestens am 79. Tage vor der Wahl fest, welche Parteien an der Bundestagswahl teilnehmen können. Details über die genauen Abläufe für die Feststellung der Parteien, die an der Wahl teilnehmen dürfen, finden Sie auf der offiziellen Seite des Bundeswahlleiters.
  2. Obwohl die NPD nicht mehr zu den etablierten Parteien gehört, ist sie wegen ihrer Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus nicht Teil des Diagramms.
  3. Quellen: Wikipedia, Bündnis C – Christen für Deutschland, Website von Bündnis C (Bundestagswahl)
  4. Quelle: Wikipedia, Rentner Partei Deutschland

Weitere Artikel zur Bundestagswahl 2017:

6 Comments

  1. Das wichtigste der Niederlanden ist, dass es keine Prozenthürde gibt. Das Parlament hat 150 Sitzen. 0,67 % der Stimmen genügen für einen Sitz. Derzeit gibt es im Parlament 13 Parteien. Das bedeutet, dass viele Gruppen ihre Stimme hören lassen können. Das ist richtige Demokratie – da hat Deutschland noch was zu lernen!

    • Wenn Sie im Geschichtsunterricht aufgepasst hätten, dann wüssten Sie, dass mit ein Grund für das Scheitern der Weimarer Republik die Uneinigkeit im Parlament war, da dort viele Klein- und Splitterparteien auf Grund der fehlenden 5% Hürde ihren Platz hatten. Aus diesem Grund hat man für die Bundesrepublik eine 5% Hürde gesetzt um zu vermeiden, dass das Parlament unfähig ist jegliche Entscheidungen zu treffen!

  2. Zu Mitgliederzahlen der FREIEN WÄHLER:

    Sie haben deutschlandweit ca. 280.000 Mitglieder.
    Mehr als 24.000 aktive Mitglieder der freien und unabhängigen Wählergemeinschaften in NRW sind In Rathäusern, in den Bezirksvertretungen, im Kreistag, in den Regionalräten und in den Landschaftsverbänden vertreten.

  3. Wieso erwähnen Sie die LKR , die Liberal-Konservativen Reformer nicht? Sie werden flächendeckend zur BTW antreten und sehen sich als eine Alternative für Anständige. Sie sind derzeit mit 5 Europaabgeordneten vertreten, darunter dem Parteigründer Prof. Bernd Lucke (vormals AfD).

  4. In den Niederlanden wird man alphabetisch über ALLE Parteien informiert, ihre Ziele werden aufgelistet und die Prozente an weiblichen Kandidaten (wichtig in einer Zeit der zunehmenden Neandertal-Politik). Tatsächlich tendieren die Wähler – männlich UND weiblich – dazu, erstmal nachzuschauen, wie hoch der Frauenanteil ist. Würde mich freuen, wenn jemand einen objektiven Link weiß…

  5. Ich wünschte ALLE ÖR-Medien würden etwas mehr über ALLE Parteien, die sich zur Bundestagswahl im Jahr ’17 stellen, ausführlich berichten. Anstatt Regierungsparteien zu schonen, Opposition Parteien kaum zu kommentieren und die AfD zu verteufeln sollten die ÖR-Medien auf „Alternativen“ zur Alternative und alte Volksparteien hinweisen.

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