Prognose für die Landtags­wahl 2017 im Saarland

Am 26. März 2017 findet die nächste Landtagswahl im Saarland statt. Offiziell wird sie „Wahl zum 16. Landtag des Saarlandes“ genannt.

Landtagswahl 2017 im Saarland
Prognose für die saarländische Landtagswahl

„Schulz-Effekt“ auch bei der Landtagswahl im Saarland?

Obwohl das Saarland mit nur 1,2 Prozent der deutschen Bevölkerung das zweitkleinste Bundesland ist, wird die saarländische Landtagswahl auch bundesweit genau beobachtet.

Nachdem im Februar bekannt gegeben worden war, dass Martin Schulz für die SPD kandidieren werde, gab es bundesweit einen – auch für die SPD – überraschenden Anstieg um etwa 10 Prozent in den Umfragen.

Sogenannte „Sonntagsfragen“ sind in Bezug auf die Landtagswahl im Saarland – im Vergleich mit größeren Bundesländern – selten. Als Grundlage für die Prognose (siehe Diagramme) dienen folgende Umfragen:

  • Forschungsgruppe Wahlen-Umfrage vom 17.03.2017 im Auftrag des ZDF
  • Infratest-Umfrage vom 16.03.2017 im Auftrag der ARD

Anke Rehlinger, KAndidatin für die SPD bei der Landtagswahl 2017 im Saarland

SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger
Foto: SPD Saar/OLLI9476 auf Flickr. Lizenz: CC BY SA 2.0

Prognose für das Saarland: CDU bleibt stabil, SPD leicht im Plus

Im Vergleich zu der Landtagswahl 2012 zeigen sich laut Prognose nur wenig Veränderungen bei der CDU. Die Partei kann voraussichtlich bei einem mäßigen Zuwachs unterhalb von einem Prozentpunkt ihren status quo halten. Die SPD hingegen wird wahrscheinlich tatsächlich vom „Schulz-Effekt“ profitieren und 2,4 Prozent im Vergleich zu 2012 dazugewinnen.

Laut Prognose verliert die Linke am meisten: Die Partei könnte etwa 3,6 Prozentpunkte schlechter als bei der letzten Landtagswahl abschneiden.

Derzeitige Amtsinhaberin: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Derzeitige Ministerpräsidentin des Saarlandes und Kandidatin für 2017: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)
Foto: Metropolico.org auf Flickr. Lizenz: CC BY SA 2.0

Piraten verlieren den 4. Platz zugunsten der AfD

Es gilt als sicher, dass die Piraten den Einzug in den saarländischen Landtag 2017 nicht schaffen werden. Bei der letzten Landtagswahl erreichten die Piraten 7,4 Prozent und konnten 4 von 51 Sitzen im Landtag besetzen.

Seit Mitte 2016 tauchen die Piraten in Umfragen der großen Umfrageinstitute gar nicht mehr auf. Den Platz als viertgrößte Partei des Saarlandes wird voraussichtlich die AfD übernehmen, die bis zu 7 Prozentpunkte erreichten könnte.

Grüne bangen um ihre zwei Sitze im Landtag

Für die Grünen wird die Landtagswahl existenziell. Bei der Wahl 2012 lag die Partei mit 5,0 Prozent der Stimmen nur sehr knapp über der Fünf-Prozent-Hürde und konnte zwei Abgeordnete in den Landtag schicken. Sollten die Grünen 2017 die Sperrklausel nicht überwinden, werden voraussichtlich nur vier Parteien im saarländischen Landtag vertreten sein.

 

 

FDP und kleine Parteien im Landtag nicht repräsentiert

Bei der Landtagswahl im Saarland 2009 konnte die FDP/DPS 9,2 Prozent Wählerstimmen für sich gewinnen und bildete mit CDU und Grünen eine „Jamaika-Koalition“. Diese Koalition scheiterte und bei den vorgezogenen Neuwahlen im Jahr 2012 konnte die FDP nur 1,2 Prozent der Wähler überzeugen und flog aus dem Landtag. Bei der derzeitigen Prognose liegt die Partei bei 3,5 Prozent.

Das Ergebnis der Kleinparteien bei der letzten Landtagswahl im Saarland ist wie folgt:

  • Familien-Partei Deutschlands: 1,7 Prozent
  • NPD: 1,2 Prozent
  • Freie Wähler: 0,9 Prozent
  • Die Partei: 0,5 Prozent

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen im Saarland

Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Saarland

Bei den vier letzten Landtagswahlen schwankte die Wahlbeteiligung im Saarland zwischen 55,5 und 67,8 Prozent. Nach dem historisch niedrigsten Wert von 55,5 Prozent bei der Landtagswahl 2004 stieg die Wahlbeteiligung 2009 auf 67,6 Prozent. Bei den vorgezogenen Wahlen 2012 lag die Wahlbeteiligung bei 61,6 Prozent. Es gibt keine aktuellen Umfragen zur möglichen Wahlbeteiligung bei der kommenden Landtagswahl.

Wird die Hälfte der Wähler im saarländischen Landtag nicht vertreten sein?

Sollten die Grünen  und die AfD den Einzug in den Landtag nicht schaffen, könnten allein wegen der Fünf-Prozent-Hürde bis zu 14 Prozent der Wähler im saarländischen Landtag nicht repräsentiert werden.

Bei einer Wahlbeteiligung von 62 Prozent hätten sogar 46,7 Prozent1 der Wahlberechtigten keinen Vertreter im Landtag.

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  1. 14 Prozent Stimmen, die wegen der Fünf-Prozent-Hürde wegfallen, repräsentieren bei 62 Prozent Wahlbeteiligung 8,68 Prozent der Wahlbeteiligten. 38 Prozent Nichtwähler + 8,68 Prozent = 46,68 Prozent

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