Faxen statt Fakten: die etwas andere Prognose für die Bundestagswahl 2017

Wahlergebnis der Bundestagswahl (Prognose)

Die AfD will den totalen Gewinn

Die AfD schafft es als erste Partei in der Geschichte der Bundesrepublik, mit einem ausführlichen Ein-Punkt-Parteiprogramm auf Anhieb die Acht-Prozent-Marke zu knacken. Ihr Wahlspruch lautet: Flüchtlingsbekämpfung und am besten auch auf Kinder und Frauen schießen.1 Damit katapultiert sich die AfD an die fünfte Stelle des Wahl-Rankings.

Bundesbürger, die sich seit Jahren über die sinkende Wahlbeteiligung beklagen, werden sich freuen, dass eine neue Partei (frisch braun angestrichen) die größten Wahlskeptiker nebst den Unentschlossenen wieder zum Kreuzsetzen motiviert.

Die Union knackt die Fünf-Prozent-Hürde

Muddis Partei verliert bei der Bundestagswahl 2017 voraussichtlich etwa 2,7 Prozent. Bei 2 Millionen Flüchtlingen zeigt sich folgendes erstaunliche Ergebnis: Pro Flüchtling hat die Union fast eine Wählerstimme verloren.2

Merkels lauteste Gegner sollten ihre Anti-Flüchtlings-Träume überdenken: Bei strikter Anwendung dieser Rate hießen 6 Millionen mehr Flüchtlinge circa 10 Prozentpunkte weniger Union. Bei 24 Millionen zusätzlicher Flüchtlinge könnte die Union ganz und gar verschwinden, zur großen Freude der AfD.

Von Muddis Kollegen der CSU, Horst Seehofer, hört man in den Medien überhaupt nichts mehr. Man könnte glauben, er habe sich in Luft aufgelöst. Wenn er sich in irgendwas aufgelöst hat, dann eher in Bier. Tatsächlich widmet er sich ganz normal den üblichen Tätigkeiten eines bayerischen Politikers:

Politiker nach und vor der Wahl

Kein Wunder: Sankt Martin rettet die SPD doch nicht

Anfang Januar schien Sigmar Gabriel verstanden zu haben, dass er sich mit Gesamteinkünften von 267.781 Euro brutto jährlich3 nur bedingt als Galionsfigur einer sogenannten „Arbeiterpartei“ eignete.

Kurz wirkte Martin Schulz wie ein Wunder: Er schaffte es fast, das gemeinsame Desaster der Großen Koalition auf Angela Merkel und ihre Union allein zu schieben. Die Sozen waren begeistert, plötzlich als nicht mehr mitverantwortlich für das politische Debakel der letzten Jahre angesehen zu werden.

Der Schulz-Effekt zeigte jedoch keine Langzeitwirkung: das zu erwartende Ergebnis der SPD ist fast zwei Prozentpunkten tiefer als bei der letzten Bundestagswahl.

Grüne und Linke im Mittelmaß vereint, die FDP schleicht sich wieder in den Bundestag

Das Gutmenschentum kriselt. Die Öko-Spießer-Partei kränkelt wohl an ihrem Rechtsruck der letzten Jahre, und dagegen wirken weder Urwahlen noch Doppelspitze. Die Grünen haben in den letzten Monaten mehrere Prozentpunkte biologisch abgebaut; übrig bleiben werden wohl bei der Bundestagswahl 2017 knappe acht Prozent der Stimmen.

Mittelmäßige Prognosen sind ein Privileg, das die Grünen mit der Linken verbindet. Die Linke hartzt unverändert bei 8,5 Prozent. Sahra Wagenknecht experimentiert, um zu prüfen, ob Populismus nicht doch die Lösung wäre, um wenigstens einige Protestwähler der AfD wieder einfangen zu können.4

Falls Sie sich wundern, wie die FDP plötzlich auf neun Prozent kommt: Die FDP wundert sich selbst.

Nutzlose Parteien und nutzlose Wählerstimmen

Für die Piraten-Partei ist es endlich und endgültig over, leider wurde nur das eigene Schiff geentert. Für die NPD interessiert sich kein Schwein mehr, außer in Meck-Pomm. Fazit: Fünf Prozent der Wähler könnten genauso gut einen freien Sonntag genießen und sich den Weg zur Urne sparen, anstatt irgendeine nutzlose Partei zu wählen, die die Fünf-Prozent-Hürde sowieso nicht schafft. Aber Hauptsache: wählen gehen!

Deutsche Wähler bei der Bundestagswahl

Doch lieber eine „klassische“ Prognose?:

Fußnoten anzeigen

  1. Quelle: FAZ, AfD-Vizechefin will Polizei sogar auf Kinder schießen lassen, 31.01.2016
  2. Im Jahr 2014 haben laut Statistischem Bundesamt 363.000 Menschen Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Im Jahr 2015 sind 890.000 Schutzsuchende nach Deutschland gekommen, 2016 suchten 280.000 Menschen in Deutschland Zuflucht. Von 2014 bis 2016 waren es also insgesamt 1.533.000 Asylsuchende. Bei der letzten Bundestagswahl waren für einen Prozentpunkt circa 437.600 Wählerstimmen nötig. Bei 2,7 Prozentpunkten sind es 1.181.520 Stimmen. Falls man hier einen absurden pseudokausalen Zusammenhang herstellen möchte, hat jeder Flüchtling die Union 0,73 Stimmen gekostet.
  3. Quelle: Website von Sigmar Gabriel
  4. Quelle: Stern, Sahra Wagenknecht nach Stern-Interview: Lob von der AfD, Rüffel von der Linken, 05.01.2017

Partner-Video

 

Lesen Sie auch: